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Rettet den Mäusebunker! Bitte.

Architekturdenkmal Mäusebunker

Der aktuelle Stand jetzt: Der Mäusebunker in Berlin wird erstmal noch nicht abgerissen. Gut so. Aber der Bau ist immer noch kein schützenswertes Architekturdenkmal. Dabei würde es sich lohnen, wie ihr in der Bildergalerie sehen könnt.

Welches ist das hässlichste Gebäude Berlins? Richtig: Der Fassaden-Nachbau des Berliner Stadtschlosses in Mitte. Und nicht das Gebäude der ehemaligen Zentralen Tierlaboratorien der Freien Universität in Berlin Lichterfelde, das Mäusebunker genannt wird, oder “Panzerkreuzer Potemkin”.

Man muss den Mäusebunker schon suchen, er liegt etwas versteckt in einer Nebenstraße zwischen zwei Wohnbebauungen. Der erste Eindruck ist überwältigend, weil er mächtig brutal wie ein Schlachtschiff langsam auftaucht. Da das Gebäude über Jahre nicht gepflegt wurde, ist es durch die Bemoosung sehr dunkel geworden und wirkt dadurch noch massiver. Die Fassade ist extrem reduziert, Flächen werden nur durch zwei Elemente gebrochen: die blauen Belüftungsrohre (Lufteinzug) und die pyramidenförmigen Lichtschachte. Auch nimmt sie das Stealth-Design der Tarnkappentechnik vorweg. Eigentlich voll Techno!

Funktionaler Bau ohne Funktion

Der Mäusebunker, das ehemalige Tierversuchslabor der FU-Berlin, wurde von 1967-1970 vom Architekten Gerd Hänska geplant und nach zwei Bauphasen erst 1981 fertig gestellt. Es ist ein extrem funktionaler Bau, der leider seine Funktion verloren hat. Das ist das Dilemma. Dazu noch Asbest-verseucht. Aber der Mäusebunker ist ein beeindruckendes Denkmal, wie ich heute sehen konnte. Leider war ich nicht im Innern. Denn die Versuchslabore lagen aus Sicherheitsgründen ganz innen zentral im Gebäude. Eine industrielle und technisierte Nutzung von Tieren für Versuche, die dieser Bau repräsentiert, können sich heute immer weniger Menschen vorstellen und gutheißen.

Langsam erkennt man auch in Berlin die Bedeutung der Ära des Brutalismus, so bleibt zu hoffen, dass der Mäusebunker erhalten wird. Letztlich eine Geldfrage. rbb24 schreibt, dass nach Meinung des Berliner Landesdenkmalamtes und des Denkmalrates das Gebäude die Kriterien eines Baudenkmals erfüllt. 

Mein Tipp: Erstmal dort ein paar Technopartys Investorenpartys machen!

Es wurde schon alles geschrieben über den Mäusebunker, ich empfehle den Text auf der Seite der Bürger für Denkmale.

Alle, die auch dieses Gebäude erhalten sehen möchten, sollten die Petition auf change.org unterschreiben. Die Seite #SOS Brutalismus macht auf die weltweite Zerstörung der Bauten dieser bedeutenden Architekturströmung aufmerksam und versucht, die Lobby von Brutalismus-Architektur zu stärken.

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