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kolt. liebt dich und Albert Hofmann

Schon seit über 18 Jahren produziert die kleine Manufaktur kolt. am Treptower Park Drucke auf ausschließlich fair gehandelten T-Shirts, Mützen usw. Mit dabei: Das oben abgebildete “Albert Hofmann”- Motiv. Und der Merch von Kater Mukke. Denn: kolt. liebt dich und Albert Hofmann!

Ist euch schon mal dieses geile T-Shirt-Motiv aufgefallen, das den oberflächigen Betrachter auf den ersten Blick in die Irre führen lässt? Nennen wir es “Albert-Hofmann-Motiv”, denn es ist dem Logo eines großen Sportbekleidungsherstellers nachempfunden. Aber es zeigt auch die Liebe zu LSD und dessen Entdecker.

Vorsicht bei Markenrechten

Bei Markenrechten muss man vorsichtig sein, auch wenn es in diesem Fall klare Werbung für die Marke ist: Deshalb wurde das Original-Logo, das einen halben Tennis- oder Basketball oder zwei Skier-Spitzen darstellen soll, zu einer halben Scheibe Zitrusfrucht oder eine untergehende Sonne umgestaltet (was außerdem viel besser aussieht und besser passt: “Strahlemann und Söhne”).

Laut eines Berichts im Handelsblatt erlebt dieser Sportler-Ausstatter gerade wieder eine Renaissance durch “Influencer” auf Instagram und Zalando. Und ich bin mir sicher, dass auch die Verbreitung dieses Motivs dazu beigetragen hat. Denn diese Coolness hat die italienische Marke (die jetzt in britischem Besitz ist) nicht, wenn ich mich so durch den Instagram-Account scrolle…

Dieses Sujet und auch viele andere können Interessierte bei kolt. ordern. Bei dem Label kolt. wird Fairness und der Servicegedanke groß geschrieben: Alle Motive können kombiniert, oder selbst gestaltete mitgebracht werden. Oder die Lieblingskleidung zum Bedrucken!

Auch größere Auflagen können hergestellt werden. Schaut mal rein, auch persönlich!

https://www.koltliebtdich.de

https://www.instagram.com/koltliebtdich/

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Wie man liest, soll “Berlin” das beste Level in dem vor vier Wochen veröffentlichten Spiel Hitman 3 sein: Es entführt den Protagonisten in den vollen (imaginären) Berliner Club “Hölle” im Stil der 90er Jahre. Dort sollen sich zehn Ziele befinden, die der Hitman “Agent 47” eliminieren soll. Es ist schon faszinierend, wie detailgetreu, fast schon detailverliebt der Club ausgestaltet ist.

Das Clubdesign lehnt sich stark an die Clubs an, die man aus dem Berlin der 90er Jahre kennt und die teils noch heute bestehen. Allen voran das Berghain, aber auch das Kraftwerk, das aber nicht als Club, sondern meist für Konzerte oder Veranstaltungen wie die CTM oder das Atonal-Festival genutzt wird. Oder das ehemalige E-Werk mit der über der Tanzfläche verlaufenden Galerie. Die Außenbereiche sind wie Sysyphos, ://about.blank, Kater Holzig / Kater Blau oder die (alte) Griessmühle gestaltet.

Stillgelegte Industrie

Allgemein kann man sagen, das sich das Design an stillgelegte Industrieflächen orientiert, wie es sie in den 90er Jahren zuhauf in Berlin gegeben hat. Dadurch entsteht auch dieser dystopische Eindruck der Szenerie. Typisch dafür ist auch, dass in den Clubs das vorgefundene Industrie-Material wie Gerüste, Tonnen, Container usw. damals aus finanziellen Gründen im Sinne der Clubfunktionalität umgenutzt wurde. Alles wirkt so unfertig und improvisiert.

Lustig ist z.B. auch, dass, wenn man sich dumm anstellt, sicher 45 Minuten in der Schlange vor der Tür warten muss, bis man reinkommt. Anscheinend muss man den “Gästelisten-Trick” anwenden. Auch der Gang auf die Toiletten ist authentisch: Vor den Kabinen stehen viele Leute und eine Toilette ist wirklich in einem schlimmen Zustand.

Beim Blick von oben auf die Tanzfläche sagt der Protagonist: “Ich hasse diese Musik. Kein Wunder, dass man Drogen brucht, um so was gut zu finden…” Diese werden selbstverständlich auch öfters angeboten und können erworben werden.

Nicht zuletzt kann Hitman Agent 47 auch in die Rolle des DJ schlüpfen (mit Cowboyhut) und mit Hilfe der Pyrotechnik einige Agenten erledigen.

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Floating Points, Pharoah Sanders & The London Symphony Orchestra: “Promises”

Heute kam die Nachricht rein, dass Floating Points aka Sam Shepherd gemeinsam mit der Saxophon-Legende Pharoah Sanders eine Platte aufgenommen hat. “Promises” heißt das Album, bei dem die beiden auch noch das London Symphony Orchestra zur Verfügung hatten. Die Scheibe erscheint am 26. März 2021 auf Luaka Bop.

Elektronischer Soundexplorer trifft spirituellen Saxophon Soundexplorer

Diese Zusammenarbeit passt sehr gut: Einerseits Floating Points als gelernter Neurowissenschaftler und elektronisch experimentierfreudiger, grenzüberschreitender Soundexplorer, andererseits der alte, erfahrene, spirituelle Saxophon-Soundexplorer Pharoah Sanders. Denn Floating Points überschreitet immer wieder die Grenzen zwischen elektronischer Musik und akustischer, atonaler und tonaler Musik. So auch auf seinem letzten Album “Crush” von 2019: Das war ein elektronisch-ambientöses Jazz-Experiment, das in keine Schublade passt.

Pharoah Sanders spielte vor drei Jahren 2017 im ausverkauftem Festsaal Kreuzberg ein viel bejubeltes Konzert. Das letzte veröffentlichte Album ist ebenfalls eine Live-Aufnahme, allerdings aus den 70ern: Live In Paris 1975.

Überliefert ist folgender Dialog von Sam Shepherd und Pharoah Sanders bei der Arbeit im Studio:

Sam: Pharoah…
Pharoah: Huh…?
Sam: Were you asleep? I’m sorry…
Pharoah: No no… I was listening… and dreaming… and listening to music in my head…
Sam: Oh wow… sorry.
Pharoah: Many times, people think I might be asleep… but in fact, I am just listening to music in my head. I’m always listening… to the sounds around me… and playing, in my mind… and sometimes I dream.
Sam: What were you dreaming about?
Pharoah:  I’m on a ship. In the ocean. Bears coming around smoking cigars. The bears are singing, ‘We have the music. We have what you’re looking for.
* * * 
Pharoah: How you like that take, Sam?
Sam: It’s cool. I think the bit in the middle, where it stops again…I think you can hear…We were both kind of confused. I like it as well because it sounds like two musicians that are trying to guide each other.
Pharoah: I think that’s it right there. It came out different. It came out good though.
Sam: You happy
Pharoah: Yeah, I’m cool with it.
Sam: Okay. Yeah, I think your playing is beautiful.

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Clubs und Plattenläden gehören zusammen, das merkt man besonders während der Corona-Maßnahmen mit den Schließungen. Der Friedrichshainer Plattenladen und Mailorder-Gigant Hip Hop Vinyl (HHV.de) engagiert sich im Rahmen seines Labels “For The Culture“! für den Erhalt Berliner Clubs in Corona-Zeiten. Wie es sich gehört, hat sich HHV dafür sechs Underground-Clubs ausgesucht, die die HipHop-Kultur repräsentieren und zu denen immer schon eine enge Beziehung bestand. Das sind die beiden Weddinger Clubs Humboldthain und Panke, das Cassiopeia und das Badehaus auf dem RAW-Gelände, das Gretchen und das Yaam an der Schillingbrücke.

https://www.hhv.de/shop/de/for-the-culture

Es wurden sechs 45er-Singles produziert und in 300er-Auflage gepresst, dazu Poster und T-Shirt Motive designt. Die Erlöse kommen ausschließlich den Clubs zugute.

Bei der Auswahl der Musik, die auf die Singles gepresst wurden, konnten die Clubs selbst entscheiden:

Gretchen: The Bug / Onra / Suff Daddy / Schlachthofbronx
Cassiopeia: Pöbel MC / Final Prayer Feat. Bernd (Beatsteaks) & Nico (WFAHM)
YAAM: Pumpkin & Vin’S da Cuero / The Polyversal Souls Feat. Hailu Mergia
Badehaus: Àbáse / Komfortrauschen
Panke: MC Cheek, Prof. X & B-Side / MC CheeK & Figub Brazlevic
Humboldthain: Die Techniker*innen / Shacke One, XL Middleton, G.G.B, Tiger104 & Achim Funk

Die Kultur- und insbesondere die Clubszene sind hart getroffen von den Auswirkungen des Coronavirus. Wann die Clubs, in Berlin und weltweit, wieder auf Normalbetrieb schalten könnten, ist ungewiss. Schon immer sahen wir uns als Teil des Ganzen und unterstützten Clubs und Konzerte wo es nur ging. Gerade jetzt sehen wir uns noch mehr denn je zur Unterstützung verpflichtet. Schnell war klar: Unser Support kommt in Form von Vinyl.

Wir freuen uns, die »For The Culture« 7” Vinyl-Serie zur Unterstützung der Berliner Clubszene zu präsentieren. In Kooperation mit sechs uns stark verbundenen Clubs entstanden jeweils eine limitierte 45, T-Shirt und Poster. Der komplette Erlös wird den Venues zukommen und ihnen in dieser schweren Zeit hoffentlich ein bisschen helfen.

Gemeinsam »For The Culture«! Save your club!

HHV.de

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Ein mitreißendes, rares Live-Video von Prolletika, der Band aus der Halbprovinz, die den Heavy Metal-Thron erobern wollte, ist nun endlich online. Die Geschichte einer steilen, aber kurzen Karriere im Rock’n’Roll-Zirkus.

Rock’n’Roll ist ihre Religion, der Halbruder von Herodes ihr Prophet, Henry Maske und Udo Dirkschneider sind ihre Idole: Prolletika.

Irgendwann Anfang der 90er Jahre treten fünf Jungs aus der Halbprovinz an, um den Olymp des Heavy Metal zu erklimmen: Andi “Schenkel” Animal, ein Rolling Stones-Apostel mit beachtlichem Haarwuchs und einer Stimme, die größer war als er selbst; Tim “Kreatur der Nacht”, der mysteriöse Bassmann aus der dunklen Metall-Hochburg GM-Hütte, “Engelrupfer” Heuer, der mit seinen Gitarrensoli sogar Engel auf die dunkle Seite bringen konnte und Schlagzeuger N.T. Kraule, der den schmierigen Part in der Band übernommen hatte und für den Gesang der Balladen zuständig war (“Novemberregen, ich war am Fegen”).

90er Jahre Metal-Zirkus: Freakshow

Die Beliebtheit des Heavy Metal, insbesondere in den Landkreisen der BRD, hatte Ende der 80er Jahre ihren Höhepunkt erreicht. Musikalisch war der Zenit allerdings längst überschritten. Anfang der Neunziger Jahre glich der Metal-Zirkus einer überzüchteten Freakshow, gleichzeitig wurde die LP durch die CD ersetzt. Genau in diese Zeit fiel die Gründung der Band Prolletika, nicht nur, aber auch, um ein ehrliches Rock’n’Roll-Zeichen zu setzen. Und natürlich um das dickste Stück vom Kuchen zu bekommen.

CD-Cover: Prolletika – Schenkel

Dann ging alles sehr schnell, zu schnell vielleicht: Studioaufnahmen, Veröffentlichung der Prolletika-CD “Schenkel” (das Model auf dem Cover war übrigens die damals attraktivste Tresenkraft der Region), Autogrammstunden und einige, wenige Konzerte.

Hits für die motorisierte Landkreisjugend

Letztendlich verursachte der Größenwahn den Absturz, und Prolletika verschwand so schnell, wie es gekommen war. Doch große Hits bleiben, geschrieben für die motorisierte Landkreisjugend, Hymnen für Freunde des Verbrennungsmotors: “Bockunfall 78“, “Heiße Motoren” oder “Asphaltrebellen“. Mystische Fabeln wie “Drachenreiter” oder “Schwingen des Todes“. Aber auch ihre Balladen wie “Ein Bett aus Rosen” werden in Erinnerung bleiben.

Bei dem denkwürdigen Releasekonzert am 08.01.1994 zu der CD Prolletika – Schenkel, das auf dem Geburtstag von Elvis Presley stattfand, habe ich ein paar Video-Aufnahmen machen dürfen. Die habe ich nun zum Video eines ihrer größten Hits zusammengeschnitten: Bockunfall 78.

Viel Spaß!

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